Omas gegen rechts - Gießen

1. Mai 2020

Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen.“
(Karl R. Popper, „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, 1945)



Zoom-Plenum
Freitag, 28. Mai, 18.00 Uhr






Faschismus heute


Online-Seminar
29. und 30. Mai, 9.30 Uhr - 13.00 Uhr


Faschist*innen – gibt es die heute überhaupt noch?

Versuch einer gemeinsamen Einordung von Begrifflichkeiten und Analyse konkreter Handlungsmöglichkeiten für die Omas gegen Rechts.

Der Begriff Faschismus, mehr noch der Vorwurf, Faschist*in zu sein, ist keineswegs aus der Mode gekommen. Im Zuge verschiedener gesellschaftlicher Polarisierungs- ebenso wie Radikalisierungstendenzen begegnen wir ihm in unterschiedlichen Kontexten immer wieder.

Wie das Netz den Faschismus befeuert ist denn auch ein Artikel von Sascha Lobo im Spiegel vom 16.10.2019 übertitelt, veröffentlicht kurz nach dem antisemitischen und rassistischen Terroranschlag von Halle.

In diesem Seminar wollen wir uns zunächst mit verschiedenen Begrifflichkeiten auseinandersetzen und sie voneinander abgrenzen – dies jedoch nicht mit dem Ziel, DIE einzig richtige Definition zu finden, sondern uns hilfreiche Unterstützung in dem Versuch suchen, besser zu verstehen, was Menschen antreibt, faschistische, rassistische, antisemitische, oder auch antimuslimische Überzeugungen auszubilden und besser zu verstehen, wie die einzelnen Phänomene zusammen- oder auch nicht zusammenhängen.

Ziel dieses Seminars ist es, in eine Diskussion und gemeinsame Analyse hinsichtlich Handlungsmöglichkeiten der Omas gegen Rechts Gießen zu gehen. Dies schließt auch eine bewusste Kommunikation und Nutzung von Begrifflichkeiten mit ein, die dem Ziel der Omas dienlich sind – sei dies in eigenen Pressemitteilungen, auf Plakaten und Flyern oder am regelmäßigen Infostand im direkten Gespräch mit Menschen.


Film rechts und radikal

Wer die Theorien, Ziele und Strategien der Neuen Rechten verstehen will, muss ihre Geschichte und ihre Vordenker kennen. Denn von der Weimarer Republik bis in unser modernes Internetzeitalter zeigt sich eine durchgängige, personelle und ideologische Linie.
Seit Jahren setzt die Neue Rechte die liberale Demokratie unter Druck. Ihre Vertreter geben sich offen und selbstbewusst wie nie zuvor. Sei es in der politischen Debatte, auf der Straße oder in der Social-Media-Welt des Internets. Und sie dringen immer weiter in die Mitte der Gesellschaft vor. Aber was ist die Neue Rechte? Was ist neu? Wer sind ihre Ideengeber? Wo liegen ihre historischen Wurzeln?
3-sat zeigt in der Dokumentation "Die Neue Rechte - Der Wahn vom homogenen Volk" einen 44-minütige Überblick.
(▷ Klick auf Bild)




Völkische Siedlungen

Irminsul

Irminsul, der Weltenbaum, der in der Mythologie die Verbindung zwischen Himmel und Erde darstellt. Das Symbol ist bei neuheidnischen und völkischen Gruppen beliebt. Sie grenzen sich damit gegen das Christentum ab. Oft findet es sich an völkischen Gehöften.


„Bei den völkischen Siedlern handelt es sich um einen relativ kleinen Kreis von Personen, denen es aber gelingt, ihre andere Menschen ausgrenzende Ideologie in die jeweilige Dorfgemeinschaft hinein zu kommunizieren. Sie sind geprägt durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder homophobe Äußerungen und sie versuchen im Gemeinwesen damit Einfluss zu gewinnen“, so Pastor Klaus-Dieter Kaiser von der evangelischen Akademie der Nordkirche Rostock.

Sie integrieren sich zunächst unauffällig in ihrem Umfeld, engagieren sich bei der Feuerwehr, in Sportvereinen und anderen dörflichen Strukturen. Erst nach und nach wird deutlich, welcher völkischen Ideologie sie angehören, welchen Druck sie auf Andersdenkende ausüben.

Siedlungsbestrebungen finden sich in ganz Deutschland. Siedler*innen haben sich in Bayern, Hessen, der Lüneburger Heide, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Schleswig-Holstein niedergelassen.

LOTTA, eine antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen berichtet in dem Artikel „Lebensraum und Schutz für Generationen“ über ein neues Neonazi-Zentrum des Meinolf Schönborn im hessischen Gieselwerder.
In der „Residenz Ludenbeck“ soll ein neuer 'Schutz- und Lebensraum' für mehrere Generationen der 'Neuen Rechten' entstehen. Neben dem Wohnraum soll es auch ausreichend Platz für Veranstaltungen bieten.


Einen ersten Einblick in diese Szene - auch über das fragwürdige Finanzierungsgebaren - bietet ein Video von Spiegel TV. Wie der Familienclan Bachmann mehrere Immobilien kauft:



Auch der Deutschlandfunk - Kultur widmet sich diesem aktuellen Thema: Völkische Siedler im ländlichen Raum - Der Bio-Nazi von nebenan

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"Grüne Braune"
Was hat Umweltschutz mit nationalsozialistischem Gedankengut zu tun? Im Dossier Rechtsextremismus erklärt Toralf Staud das Thema für die Bundeszentrale für politische Bildung.



Cover Völkische Landnahme


Die erfahrenen Rechtsextremismus-Experten Andrea Röpke und Andreas Speit haben sich in Ihrem Buch Völkische Landnahme ausführlich mit dem Thema "Alte Sippen, junge Siedler, rechte Ökos" auseinandergesetzt.
Sie zeigen die historischen Wurzeln und aktuellen Vernetzungen auf, die bis in die Parlamente reichen. Dabei wird deutlich: Hier handelt es sich um eine unterschätzte Gefahr.



Die Amadeu-Antonio-Stiftung ein Iniative für Zivilgesellschaft und Demokratische Kultur hat eine kleine Broschüre zusammengestellt, die über die Etablierung einer völkischen Gemeinschaft und den Aufbau eines autarken, nationalen Wirtschaftsnetzwerks informiert.
Völkische Siedler*innen im ländlichen Raum - Basiswissen und Handlungsstrategien




Der Stiftungstrick der AFD
Vorsicht, völkischer Virus!


Die Anne Frank Stiftung warnt nachdrücklich davor, die AFD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung ab nächstem Jahr mit staatlichen Geldern zu fördern.
Mit diesen steuerfinanzierten Geldern könnten Rechtsradikale ihr Netzwerk weiter ausbauen. Sie könnten noch mehr Hass verbreiten und noch mehr Gewalt schüren.

Vorstandsvorsitzende der Desiderius-Erasmus-Stiftung ist Erika Steinbach.
Immer wieder fällt sie mit Aussagen auf, die am rechten Rand zu verorten sind.

So nannte sie zum Beispiel Kinder von AFD-Mitliedern "die neue Judenkinder".
Am 12. Februar diesen Jahres twitterte sie: "Von verschiedenen Seiten habe ich glaubhaft gehört, dass 50% der Covid-Patienten in den Krankenhäusern aus dem arabischen Raum stammen. Für die Medien war das bislang kein Thema." Beweise, Quellen für diese Annahme liefert sie nicht. Wie auch?



Mehr zu den Verantwortlichen der Desiderius-Erasmus-Stiftung und ihren Zielen findet sich auf der Seite der Bildungsstätte Anne Frank e.V.  Die Erasmus-Stiftung.

Die jüdische Allgemeine schreibt unter dem Titel »Feinde der Demokratie sollten nicht aus Steuermitteln finanziert werden«  dass die Stiftung Millionen Euro aus Steuermitteln erhalten werde, sollte die AfD im Herbst zum zweiten Mal in den Bundestag einziehen.


AVAAZ ein Kampagnen-Netzwerk, das mit Bürgerstimmen politische Entscheidungen weltweit beeinflusst möchte, hat folgende Petition gestartet:
Keine Steuergelder für rechten Hass


Hier ist eine Briefvorlage hinterlegt. Wir alle können unsere gewählten Abgeordneten fragen, wie sie zu dem Vorgang stehen.
Unter diesem Link von Abgeordnete finden kann man das Parlament und die Postleitzahl eintragen und erhält eine Übersicht der amtierenden Vertreter*innen. Dann zu "Frage stellen" und den gewünschten Text hineinkopieren oder schreiben.





Auf Grund der Corona Pandemie finden
zur Zeit keine regelmäßigen Oma-Treffen statt.